Montag, 16. Januar 2017

Rizzoli & Isles - Buch und Serie

Da meine Mutter ein großer Tess Gerritsen Fan ist, habe ich vor ein paar Jahren ihren ersten Band ihrer Rizzoli & Isles Reihe „Die Chirurgin“ gelesen.
Ich fand das Buch damals recht unterhaltsam, wenn auch unnötig eklig. Es war an den richtigen Stellen spannend und abwechslungsreich genug um mich zum Lesen zu motivieren.

Die Figurenkonstellation allerdings empfand ich als ein wenig schwierig und wenig ausgereift. Rizzoli kam mir ein bisschen zu zickig und impulsiv vor um noch glaubwürdig zu sein. Isles blieb mir das ganze Buch über zu blass und auch zu eindimensional.


Blanvalet / 416 Seiten / Juni 2004

Für jemanden wie mich, der nur selten Krimis oder Thriller liest – war das Buch durchaus lesenswert und damals hatte ich vor, die Reihe weiter zu verfolgen. Allerdings kommt es ja oft anders, als man denkt und Buch, Reihe und Autorin sind irgendwo im Nirwana meiner Gedanken verschwunden.

Als jetzt vor ein paar Tagen mein Mann sagte, er würde gerne eine Serie „mit Polizisten, Fällen und so“ gucken, stieß ich beim Stöbern auf die Serie rund um Detective Rizzoli und Dr. Isles. Und was kann ich sagen?
Die fälle sind so klassisch, dass ich sie meist spätestens nach 10 Minuten gelöst habe und die Figuren bedienen mit Sicherheit einige Klisches, trotzdem bin ich sehr angetan von der Serie.



Ich liebe die Interaktion zwischen den Figuren. Natürlich nicht nur zwischen den beiden Frauen – die wie Feuer und Erde sind. (Maura ist hierbei Erbe – Jane das Feuer) Obwohl ich die beiden natürlich (wie vermutlich von den Serienmachern beabsichtigt) shippe über alle Maßen, finde ich auch die Familiendynamik der Figuren interessant, vor allem, weil Janes Bruder recht „normal“ ist für eine Serienfigur und mir deshalb vermutlich so gut gefällt.
Ich finde es toll, dass mit einigen Erwartungshaltungen gebrochen wird – der grummelige – drei mal geschiedene aber unsagbar tierliebe Brummel-Cop, andere dagegen absolut bedient werden.

Ich mag, dass die Serie die richtige Balance zwischen Ekel, Schock, Emotion, aber auch Witz und Humor hat. So ist sie für mich gerade zu einer wunderbaren Abend / Vor dem Schlafen Gehen – Serie geworden.
Denn ich finde die Fälle interessant genug, ohne vor Spannung zu sterben, ich amüsiere mich über die etwas übertriebene Figuren-Interaktion, aber ich folge auch mit Faszination die emotionale Entwicklung der Charaktere.

Ich mag es auch, dass der Metaplot nicht unendlich in die Länge gezogen wird und dass andere Hintergrund-Geschichten zwar präsent, aber nicht alles überdeckend sind.


Alles in Allem, also die perfekte Serie für Zwischendurch, die dann ihren Charme entfaltet, wenn man die Folgen in der richtigen Reihenfolge guckt. Man muss natürlich trotzdem über viele Klischees hinweg sehen können und darf natürlich auch nicht immer alles zu ernst nehmen. Ich mags!  


Kommentare:

  1. In dem ersten Band, den ich von der Serie las, kletterte Rizzoli direkt nach der Geburt mit dem Baby auf dem Arm eine Feuerleiter runter - und ich dachte nur, dass ich davon nicht mehr lesen müsste. ;) Lustigerweise habe ich seitdem so einige Bände der Reihe gelesen und inzwischen vier Staffeln der Serie gesehen und finde beides inzwischen wunderbar zum Abschalten und Entspannen.

    Bei den Romanen finde ich es schön, dass die beiden Frauen eigenständige Leben haben, bei der Serie mag ich die Freundschaft zwischen den beiden und die Lockerheit, mit der zum Beispiel das Thema Sexualität (gerade als es um Ermittlungen in einem Lesben-Klub geht) behandelt wird. Wobei ich es fast schon schade finde, dass für Rizzoli so eine attraktive Schauspielerin gewählt wurde, denn ich mag an den Romanen, dass sie da eben eine kleine mollige Frau ist, die sich vor allem durch ihre Dickköpfigkeit Respekt verschafft.

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    1. Ha, wusst ichs doch! Ich hab noch verwundert zum Mann gesagt, dass ich Rizzoli, als klein und gedrungen im Kopf hatte, aber nachdem ich die Serie gesehen hatte, war ich wirklich verunsichert.

      An die Szene mit dem Baby kann ich mich echt nicht mehr erinnern. Generell an sehr wenige Einzelheiten.
      Die Serie kommt mir generell sehr wenig wertend vor, was ich angenehm finde.

      Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass ich zum Abschalten generell sehr gerne zu Krimiserien greife. Ich habe auch lange Bones geguckt und Castle.

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    2. Klein und gedrungen und ihre Familienkonstellation ist auch vollkommen anders! In meinem Kopf habe ich das einfach als zwei unterschiedliche Serien mit den gleichen Namen abgespeichert, sonst fände ich es zu verwirrend. *g*

      Das mit dem Baby müsste in "Scheintot" vorgekommen sein, wenn ich mich recht erinnere. Was das Wertende angeht, so sorgen zumindest die beiden Frauen dafür, dass da eventuelle Vorurteile immer wieder aufgebrochen werden - vor allem die TV-Maura mit ihrer sachlichen Sicht auf alles.

      Ich mag das auch! Dummerweise kann mein Mann überhaupt nichts mit Krimiserien anfangen, also gucke ich so etwas nur, wenn ich nachmittags etwas Erholung brauche und er nicht da ist.

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